L-Glutamin in FloraClear: Herkunft, Dosierung und Studienlage
Mit 500 mg pro Tagesportion steht L-Glutamin an erster Stelle der Zutatenliste von FloraClear. Die Aminosäure kommt im Körper in größerer Menge vor als jede andere freie Aminosäure, und die Zellen der Darmschleimhaut verwerten sie bevorzugt als Brennstoff. Eine zugelassene Gesundheitsaussage existiert für L-Glutamin in der EU jedoch nicht, und das sagen wir auch so.
Viele Leserinnen und Leser aus Österreich fragen uns, warum gerade diese Aminosäure in einer Formel für das Verdauungssystem steckt. Die kurze Antwort: wegen ihrer Rolle im Stoffwechsel der Darmzellen. Die längere Antwort, mit Lebensmitteln, Zahlen und einer ehrlichen Einordnung der Studien, finden Sie hier.

Was ist L-Glutamin?
L-Glutamin ist eine der zwanzig proteinogenen Aminosäuren, also einer der Bausteine, aus denen der Körper seine Eiweiße zusammensetzt. Das „L" bezeichnet die räumliche Form, die in der Natur und im menschlichen Stoffwechsel vorkommt. Ernährungswissenschaftlich gilt Glutamin als bedingt essenziell: Gesunde Menschen bilden es selbst, vor allem in der Skelettmuskulatur, aus Glutamat und Ammoniak. In Phasen starker körperlicher Belastung kann der Verbrauch jedoch die Eigenproduktion übersteigen.
Im Stoffwechsel übernimmt Glutamin mehrere Aufgaben. Es transportiert Stickstoff zwischen den Organen, dient als Ausgangsstoff für Nukleotide und ist über Glutamat an der Bildung von Glutathion beteiligt, einem körpereigenen Molekül aus drei Aminosäuren. Besonders bekannt ist seine Rolle als Energielieferant für Zellen, die sich rasch erneuern: Dazu gehören die Enterozyten, die Zellen der Dünndarmschleimhaut, und bestimmte Immunzellen.
In welchen Lebensmitteln steckt Glutamin?
Glutamin ist in praktisch allen eiweißreichen Lebensmitteln enthalten. Gute Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte wie Quark oder Joghurt, Hülsenfrüchte, Tofu sowie Nüsse und Samen. Wer sich abwechslungsreich und ausreichend eiweißreich ernährt, nimmt täglich mehrere Gramm Glutamin auf, gebunden in Proteinen. Ein Mangel im eigentlichen Sinn ist bei gesunden Erwachsenen nicht beschrieben.
| Merkmal | L-Glutamin |
|---|---|
| Stoffklasse | Aminosäure (bedingt essenziell) |
| Summenformel | C5H10N2O3 |
| Körpereigene Bildung | vor allem Skelettmuskulatur, auch Lunge und Leber |
| Wichtige Nahrungsquellen | Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Tofu |
| Menge in FloraClear | 500 mg pro Tagesportion (3 Kapseln) |
| Zugelassene Gesundheitsangabe (EU) | keine |
Dosierung in FloraClear
Eine Tagesportion FloraClear, also 3 Kapseln, liefert 500 mg L-Glutamin. Auf dem Etikett steht die Aminosäure an erster Stelle der Zutaten, weil Zutatenlisten nach Gewichtsanteil sortiert sind. Laut Verzehrempfehlung nehmen Sie die drei Kapseln über den Tag verteilt mit ausreichend Wasser ein; so verteilt sich auch das Glutamin auf mehrere Zeitpunkte.
Zur Einordnung gehört ein ehrlicher Vergleich: In Humanstudien mit Glutamin werden meist Mengen im Grammbereich eingesetzt, häufig 5 g pro Tag und teils deutlich mehr. Die 500 mg in FloraClear liegen klar darunter. FloraClear ist deshalb kein hoch dosiertes Glutaminpräparat, sondern eine Kombinationsformel, in der L-Glutamin einer von neun Bestandteilen ist. Die Menge ergänzt das, was Sie ohnehin über die Ernährung aufnehmen.
Wer gezielt Glutamin in Grammdosen einnehmen möchte, etwa aus dem Sportbereich, sollte das bei Vorerkrankungen vorher ärztlich besprechen und die Mengen aus allen Produkten zusammenrechnen. Wie Sie die Kapseln am besten in den Tag einbauen, beschreiben wir auf unserer Seite zur Anwendung von FloraClear.
Was sagt die Forschung zu Glutamin und Darm?
Gut belegt ist die physiologische Grundlage: Enterozyten verwerten Glutamin in großem Umfang, und in Zell- und Tiermodellen wird untersucht, wie die Aminosäure mit der Barrierefunktion der Darmschleimhaut zusammenhängt, etwa über die sogenannten Tight Junctions zwischen den Zellen. Das erklärt, warum Glutamin in Formeln für das Verdauungssystem auftaucht.
Bei Studien am Menschen ist das Bild gemischter. Es gibt eine Reihe kleinerer Untersuchungen, oft mit speziellen Gruppen wie Menschen nach Operationen, in der Intensivmedizin oder mit sehr hoher Trainingsbelastung. Die Dosierungen unterscheiden sich stark, die Ergebnisse ebenfalls, und große, unabhängige Studien mit gesunden Erwachsenen fehlen weitgehend. Übertragen lassen sich solche Ergebnisse auf ein Nahrungsergänzungsmittel mit 500 mg nicht.
Hintergrundwissen zur Darmflora und dazu, was Ernährung realistisch beitragen kann, finden Sie in unserem Beitrag Darmflora aufbauen.
Sicherheit und Verträglichkeit
L-Glutamin gilt in den Mengen, die über Lebensmittel und übliche Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden, als gut verträglich. 500 mg entsprechen einem Bruchteil dessen, was eine eiweißreiche Ernährung täglich liefert. Vorsicht ist dennoch angebracht, wenn der Stickstoff- und Ammoniakstoffwechsel gestört ist, also bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen; Personen mit Lebererkrankungen sollen FloraClear laut Etikett ohnehin nicht verzehren.
Wenn Sie regelmäßig Medikamente brauchen oder in ärztlicher Behandlung sind, sprechen Sie die Einnahme vorab in der Ordination Ihrer Hausärztin oder Ihres Hausarztes an. Das betrifft FloraClear insgesamt, nicht zuletzt wegen des Berberins. In Österreich bewertet die AGES die Sicherheit von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln.
Halten Verdauungsbeschwerden länger als einige Wochen an, sind sie stark, oder kommen Blut im Stuhl, Fieber oder ein unerklärlicher Gewichtsverlust hinzu, gehört das ärztlich abgeklärt. Das gilt auch für neu auftretende Beschwerden nach dem 50. Lebensjahr. Alle Hinweise zur Verträglichkeit der Gesamtformel haben wir unter Nebenwirkungen von FloraClear zusammengefasst.
Zusammenspiel in der Formel
L-Glutamin ist in FloraClear nicht allein. Über Glutamat ist es an der Bildung von Glutathion beteiligt, für die außerdem Cystein gebraucht wird. Genau hier setzt N-Acetyl-L-Cystein (NAC) an, das als Vorstufe von Cystein gilt. Mit Lactoferrin ergänzt ein Milchprotein die Formel, und das Ananas-Enzym Bromelain gehört zu den Enzymen, die Eiweiße in kleinere Bruchstücke zerlegen.
Eine Übersicht aller neun Bestandteile mit Mengen pro Tagesportion finden Sie auf der Seite FloraClear Inhaltsstoffe.
Häufige Fragen zu L-Glutamin
Warum steht L-Glutamin ganz vorne auf dem Etikett?
Zutatenlisten sind nach Gewicht sortiert. Mit 500 mg pro Tagesportion ist L-Glutamin der schwerste Einzelbestandteil von FloraClear.
Bekomme ich genug Glutamin auch über das Essen?
Bei einer eiweißreichen Ernährung mit Topfen, Eiern, Fisch, Fleisch oder Hülsenfrüchten nehmen gesunde Erwachsene täglich mehrere Gramm auf. Die 500 mg in FloraClear sind eine Ergänzung dazu.
Gibt es Studien, die FloraClear selbst untersucht haben?
Nein. Die Studien beziehen sich auf L-Glutamin als Einzelstoff, meist in deutlich höheren Mengen. Wir sprechen deshalb von Studienlage zum Inhaltsstoff, nicht von einer belegten Wirkung des Produkts.
Muss ich vor der Einnahme mit meiner Hausärztin sprechen?
Wenn Sie Medikamente nehmen, in Behandlung sind oder Diabetes haben, ja. Auch bei Nierenerkrankungen ist eine Rücksprache in der Ordination sinnvoll.
Kann ich FloraClear in einer österreichischen Apotheke kaufen?
Nein, auch nicht bei dm, BIPA oder Müller. FloraClear gibt es nur über die offizielle Bestellseite von Nutrisolution, mit Versand nach Österreich und 180-Tage-Geld-zurück-Garantie.
Quellen
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel, EUR-Lex.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben, EUR-Lex.
- PubMed: Übersichtsarbeiten zu Glutamin und Darmbarriere, Suchergebnisse.